Avodah Zarah 30

Kapitel 30

א ומנא תימרא דאמרינן כי האי גוונא דתנן בש"א לא ימכור אדם פרה החורשת בשביעית וב"ה מתירין מפני שיכול לשוחטה
1 Woher, daß man so etwas annimmt? — Wir haben gelernt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe ihm im Siebentjahre keine Ackerkuh verkaufen; die Schule Hillels erlaubt dies, weil er sie auch schlachten kann.
ב אמר רבה מי דמי התם אין אדם מצווה על שביתת בהמתו בשביעית הכא אדם מצווה על שביתת בהמתו בשבת
2 Rabba entgegnete: Ist es denn gleich: da, beim Siebentjahre, ist ja keinem das Ruhenlassen seines Tieres geboten, hierbei aber, beim Šabbath, ist ja jedem das Ruhenlassen seines Tieres geboten!?
ג א"ל אביי וכל היכא דאדם מצווה אסור והרי שדה דאדם מצווה על שביתת שדהו בשביעית ותנן בש"א לא ימכור אדם שדה ניר בשביעית וב"ה מתירין מפני שיכול להובירה
3 Abajje erwiderte ihm: Ist es denn verboten, wenn es einem obliegt, auch die Brache des Feldes im Siebentjahre ist ja geboten, dennoch haben wir gelernt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe kein gepflügtes Feld im Siebentjahre verkaufen; die Schule Hillels erlaubt dies, weil man es brach liegen lassen kann!?
ד מתקיף לה רב אשי וכל היכא דאין אדם מצווה שרי והרי כלים דאין אדם מצווה על שביתת כלים בשביעית ותנן אלו הן כלים שאין אדם רשאי למוכרן בשביעית המחרישה וכל כליה העול והמזרה והדקר
4 R. Aši wandte ein: Ist es denn erlaubt, wenn es einem nicht obliegt, keinem ist ja das Ruhenlassen von Gerätschaften im Siebentjahre geboten, dennoch haben wir gelernt: Folgende Gerätschaften dürfen im Siebentjahre nicht verkauft werden: ein Pflug mit all seinem Zubehör, ein Joch, eine Wurfschaufel und ein Spaten!?
ה אלא אמר רב אשי כל היכא דאיכא למיתלא תלינן ואע"ג דמצווה וכל היכא דליכא למיתלי לא תלינן אע"ג דאינו מצווה
5 Vielmehr, sagte R. Aši, wo dies anzunehmen ist, nehme man es an, auch wenn es ihm obliegt, und wo dies nicht anzunehmen ist, nehme man es nicht an, auch wenn es ihm nicht obliegt.
ו רבה זבין ההוא חמרא לישראל החשיד למכור לעובד כוכבים א"ל אביי מ"ט עבד מר הכי א"ל אנא לישראל זביני א"ל והא אזיל ומזבין ליה לעובד כוכבים לעובד כוכבים קא מזבין לישראל לא קא מזבין
6 Einst verkaufte Raba einen Esel an einen Jisraéliten, der verdächtig war, ihn an einen Nichtjuden zu verkaufen. Da sprach Abajje zu ihm: Wieso tat dies der Meister!? Dieser erwiderte: Ich habe ihn an einen Jisraéliten verkauft. Jener entgegnete: Er wird ja gehen und ihn an einen Nichtjuden verkaufen! — Muß er ihn denn durchaus an einen Nichtjuden und nicht an einen Jisraéliten verkaufen!?
ז איתיביה מקום שנהגו למכור בהמה דקה לכותים מוכרין שלא למכור אין מוכרין מ"ט אילימא משום דחשידי ארביעה ומי חשידי והתניא אין מעמידין בהמה בפונדקאות של עובדי כוכבים זכרים אצל זכרים ונקבות אצל נקבות ואין צ"ל נקבות אצל זכרים וזכרים אצל נקבות
7 Jener wandte gegen ihn ein: Wo es üblich ist, Kleinvieh an Samaritaner zu verkaufen, verkaufe man, nicht zu verkaufen, verkaufe man nicht. Weshalb, wollte man sagen, weil sie der Bestialität verdächtig sind, so sind sie es ja nicht!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf kein Vieh in ein nichtjüdisches Wirtshaus einstellen, keine männlichen bei Männern und keine weiblichen bei Weibern, und um so weniger weibliche bei Männern und männliche bei Weibern;
ח ואין מוסרין בהמה לרועה שלהן ואין מייחדין עמהם ואין מוסרין להם תינוק ללמדו ספר וללמדו אומנות אבל מעמידין בהמה בפונדקאות של כותים זכרים אצל נקבות ונקבות אצל זכרים ואין צ"ל זכרים אצל זכרים ונקבות אצל נקבות
8 ferner darf man ihren Hirten kein Vieh anvertrauen; ferner darf man mit ihnen nicht allein sein; auch darf man ihnen kein Kind zum Unterrichte in der Schrift und im Handwerk anvertrauen. Wohl aber darf man Vieh in ein samaritanisches Wirtshaus einstellen, männliche bei Weibern und weibliche bei Männern, und um so mehr männliche bei Männern und weibliche bei Weibern;
ט ומוסרין בהמה לרועה שלהן ומייחדין עמהם ומוסרין להם תינוק ללמדו ספר וללמדו אומנות אלמא לא חשידי
9 ferner darf man ihren Hirten Vieh anvertrauen, auch darf man mit ihnen allein sein, auch ihnen ein Kind zum Unterrichte in der Schrift und im Handwerk anvertrauen. Hieraus also, daß sie nicht verdächtig sind.
י ועוד תניא אין מוכרין להם לא זיין ולא כלי זיין ואין משחיזין להן את הזיין ואין מוכרין להן לא סדן ולא קולרין ולא כבלים ולא שלשלאות של ברזל אחד עובד כוכבים ואחד כותי
10 Ferner wird gelehrt: Man darf ihnen keine Waffe und kein Waffengerät verkaufen, man darf ihnen keine Waffe schleifen, und man darf ihnen keinen Fesselblock, keine Halsketten, keine Stricke und keine eisernen Ketten verkaufen, weder einem Nichtjuden noch einem Samaritaner.
יא מ"ט אי נימא דחשידי אשפיכות דמים ומי חשידי האמרת ומייחדין עמהן אלא משום דאתי לזבונה לעובד כוכבים
11 Weshalb, wollte man sagen, weil sie des Blutvergießens verdächtig sind, so sind sie es ja nicht, denn du sagtest ja, daß man mit ihnen allein sein dürfe; wahrscheinlich also, weil sie sie an einen Nichtjuden verkaufen können!?
יב וכי תימא כותי לא עביד תשובה ישראל עביד תשובה והאמר רב נחמן אמר רבה בר אבוה כדרך שאמרו אסור למכור לעובד כוכבים כך אסור למכור לישראל החשוד למכור לעובד כוכבים רהיט בתריה תלתא פרסי וא"ד פרסא בחלא ולא אדרכיה
12 Wolltest du erwidern, ein Samaritaner tue keine Buße, ein Jisraélit aber tue Buße, so sagte ja R. Naḥman im Namen des Rabba b. Abuha, wie es verboten ist, einem Nichtjuden zu verkaufen, ebenso sei es verboten, einem Jisraéliten zu verkaufen, der verdächtig ist, an Nichtjuden zu verkaufen!? Da lief er ihm nach drei Parasangen, manche sagen, eine Parasange im Sand, holte ihn aber nicht ein.
יג א"ר דימי בר אבא כדרך שאסור למכור לעובד כוכבים אסור למכור ללסטים ישראל ה"ד אי דחשיד דקטיל פשיטא היינו עובד כוכבים
13 R. Dimi b. Abba sagte: Wie es verboten ist, [Waffen] an Nichtjuden zu verkaufen, ebenso ist es verboten, sie an einen jisraélitischen Straßenräuber zu verkaufen. — In welchem Falle: ist er des Mordes verdächtig, so ist es ja selbstverständlich, es ist ja ebenso, wie bei einem Nichtjuden,
יד ואי דלא קטיל אמאי לא לעולם דלא קטיל והב"ע במשמוטא דזימנין דעביד לאצולי נפשיה
14 ist er nicht des Mordes verdächtig, weshalb denn nicht!? — Tatsächlich, wenn er nicht des Mordes verdächtig ist, nur handelt es sich um einen Wegelagerer, der dies tun könnte, um sich zu retten.
טו תנו רבנן אין מוכרין להן תריסין וי"א מוכרין להן תריסין מ"ט אילימא משום דמגנו עלייהו אי הכי אפילו חיטי ושערי נמי לא אמר רב
15 Die Rabbanan lehrten: Man darf ihnen keine Schilder verkaufen; andere sagen, man dürfe ihnen Schilder verkaufen. — Weshalb, wollte man sagen, weil sie sich durch diese schützen, so dürfte man ihnen auch keinen Weizen und keine Gerste [verkaufen]!? Rabh erwiderte: